Am Straßenrand, in weiter Ferne


Am Straßenrand, in weiter Ferne,

stand vormals eine Gaslaterne.

Durch manche Nacht sah ich sie glühen,

stets in dem wackeren Bemühen,

im Trockenen, wie auch im Feuchten,

dem Trunkenbolde heimzuleuchten.

 

So hörten wir, von Ferne schon,

denselben wie ein Grammophon,

wenn er, mit Schnaps und Wein befüllt

und in den Paletot gehüllt,

den rechten Weg nach Hause suchte -

und dabei Stock und Stein verfluchte!

 

„Er kommt“, rief ich, „der Herr Papa!“

Alsbald war auch Mamatschi da,

mit dem soliden Nudelholz,

das nannte sie „Familienstolz“.

„Jaja“, sprach sie, „der Hurensohn -

sturztrunken wie sein Vater schon!

So wollen wir uns auch erfreuen

und ihm das Fell im Takt verbläuen!“

 

Am Straßenrand, in weiter Ferne,

steht nimmermehr die Gaslaterne.

Sie ward gefällt vor Jahr und Tag;

und auch Papachen liegt im Sarg!

So hat denn jeder seine Ruh',

das Licht macht aus, die Flasche zu.

 

 

Prost!