Der bitterböse Fridolin


Ein zutiefst moralisches Couplet.

 

Der Fridolin ist schon als Knabe

so bitterböse wie ein Rabe!

Er tritt die kleine Melanie

fest in den Bauch und schändet sie!

Dem Holger wird ein Bein gestellt,

sodass er in die Säure fällt!

Den Ludwig hat er kurzerhand

ins Fass gesperrt und ihn verbrannt!

Das Gretchen - ach, du ahnst es nicht! -

hat er beraubt, der Bösewicht,

und dann sein Spiel mit ihr gemacht!

Doch Fridolin der tanzt und lacht!

 

Refrain:

Fridolin,

oh, Fridolin,

der Schwerverbrecher Fridolin,

die Mutter hat ihm nie verziehen,

dem bitterbösen Fridolin!

Tariluli,

tarilula,

taramtamtam!

 

Mit sechs schon war er ein Filou,

mit acht ein Mörder noch dazu:

Den Otto hat er mit der Axt

ums Haus gejagt, wenn du mich fragst!

Und erst der Karl - ich weine schon -,

gemeuchelt durch ein Xylophon!

Mathilde war ein liebes Kind,

doch Chlorgas macht sie taub und blind!

Und auch die Ute, süß und dumm,

liegt stocksteif da, ganz kalt und stumm,

von der Harpune glatt durchbohrt!

Ein Wort geht um. Das Wort ist Mord!

 

Refrain:

Fridolin,

oh, Fridolin,

der Schwerverbrecher Fridolin,

den Vater hat er angespien,

der bitterböse Fridolin!

Tariluli,

tarilula,

taramtamtam!

 

„Verbrechen lohnt“, ruft Fridolin;

er ist ein Bub von nicht mal zehn,

schwingt die MG wie im Triumph!

„Das tut nicht gut“, so hallt es dumpf

durch die verlass‘nen Kirchengassen.

Das schreckt ihn nicht. Man lernt ihn hassen!

 

Refrain:

Fridolin,

oh, Fridolin,

der Schwerverbrecher Fridolin,

die Tante hat es laut geschrien:

„Ins Feuer mit dem Fridolin!“

Tariluli,

tarilula,

taramtamtam!

 

Nun liegt er da. Er ist gefällt.

Die Polizei hat ihn gestellt,

mit Hundertschaften, Waffenklang,

mit Halali und Schlachtgesang.

Vom heißen Blei ins Mark getroffen,

ist er in seinem Blut ersoffen. 

Bevor jedoch das Auge bricht,

der Knabe noch versonnen spricht:

„Die Unterwelt war mein Milljöh.

Ich füllte mir das Portmonee

aus Gründen nieder und beschränkt.

Dafür ward ich zu Recht versenkt.“

 

Refrain:

Fridolin,

oh, Fridolin,

bedauernswerter Fridolin,

du warst ein Schwein! Nun sei verzieh‘n

dem toten Knaben Fridolin!

Tariluli,

tarilula,

taramtamtam!

 

So seht denn wohl, Ihr kleinen Rangen,

ein Schurke wird zu nichts gelangen!

Besinnt euch auf der Väter Werte,

sonst trifft euch der Gesetze Härte!

 

HOC ERAT IN VOTIS![1]

 

Amen

 



[1] Das wünschte ich!