Selbstlose Huldigung (An mich selbst)


„Eigenlob stinkt nur dann, wenn man sich vorher nicht gewaschen hat.“

Unbekannt

***

„Ich sag es mal mit Empathie: Hört nur auf ihn, hört das Genie!“

Gottfried Hahndrang (Marktausrufer in Weimar) 

***

Die größte Sünde, der wir unsterblichen Dichterfürsten uns schuldig machen können, ist die der mangelnden Eigenliebe. Darum hab ich ein Werklein verfasst, das folgende Zwecke erfüllen soll:

 

Meinen Ruhm in Glanz zu mehren,

mich um keinen Deut zu scheren,

der Kritik laut zu erwehren

und mich selbst hoch zu verehren!

***

 

Dank Dir, o Erleuchteter

und vom Geist Befeuchteter,

der Du Wort auf Worte setzt,

der Du Bein um Bein benetzt,

(manchen gar damit vergrätzt),

weil man Dich trotz allem schätzt!

Deshalb sei hier nicht gepetzt,

dass Du oft und gerne klaust

und auch reichlich Scheiße baust.

 

Dank dir, o Erleuchteter

und vom Geist Befeuchteter,

lass nur alle haben teil

an des Werkes kurzer Weil,

an den Früchten Deines Geistes,

denn, fürwahr, ansonsten heißt es

noch, Du seist ein Scharlatan -

und die gute Zeit vertan!

(Dann versinkt der stolze Kahn!)

 

Dank Dir, o Erleuchteter

und vom Geist Befeuchteter,

dass Du denkst und also bist.

Manches, ehrlich, war auch Mist,

anderes war gar nicht gut,

ohne Kraft und ohne Mut.

Hin und wieder kam ins Ziel,

hier ein maues Minnespiel,

dort ein morsches Dachgestühl.

Ach, egal, es zählt nicht viel.

 

Dank dir, o Erleuchteter

und vom Geist Befeuchteter,

dass Du deine Scham bedeckst,

nicht in fremden Hintern steckst,

keine toten Hunde weckst,

auch nicht Deine Wunden leckst.

Darum küss ich Dir den Schuh,

großer Sänger Manitu!

 

 

Wenn ich euch zum Lachen brachte, sei dies Lachen mir der Lohn.

 

All den And‘ren wird empfohlen: Küsst von hinten meinen Thron!