Fröhliche Weihnachten, Mister Wilde


Wie Ballerinen in weißen Tutus rieselten die Schneeflocken mit Schwüngen und Drehungen vom Himmel herab und schichteten sich auf den umliegenden Hausdächern zu bauschigen Kissen. Den gesamten gestrigen Tag hatte noch ein viel zu warmer Ostwind an den entlaubten Ästen gerüttelt, sodass es schien, als ob in diesem Jahr, wie schon in denen zuvor, die „Weiße Weihnacht“ ausfallen würde; doch dann, plötzlich, hatte sich das Wetter gedreht, und vom Atlantik her kamen, Galeonen gleich, mächtige Wolken herangesegelt, um sich ab sechs Uhr früh über der britischen Hauptstadt zu entladen.

Die Schulkinder waren am Morgen auf die Bürgersteige gepurzelt und hatten begonnen, sich Schneeballschlachten zu liefern, während die Erwachsenen gottergeben ihre Automobile freikratzten, um danach die letzten Besorgungen in Angriff zu nehmen.

Allenthalben herrschte eine frohe und gespannte Vorfreude, der sich niemand, und sei er noch so hartleibig (oder sein Name Ebenezer Scrooge), auf Dauer entziehen konnte. Die Augen der Allerjüngsten leuchteten wie Sterne angesichts der festlich illuminierten Straßen und Geschäfte, während Mama und Papa vielleicht für einen Moment träumerisch innehielten, um sich der noch gar nicht so lang vergangenen Zeiten zu erinnern, da sie selbst ihre Nasen in aller Unschuld an den Schaufenstern voller Zuckerwerk und Spielzeug plattgedrückt hatten.

Mr Wilde, Mr Orpheus Wilde, um genau zu sein, saß am Fenster im zweiten Stockwerk eines sehr exklusiven viktorianischen Reihenhauses im Stadtteil Kensington und betrachtete mit Gleichmut das weiße Wirbeln der Flöckchen aus der Tiefe seines Lehnstuhls heraus, die Fingerspitzen vor dem scharf skizzierten Kinn aneinander gelehnt und die buschigen Augenbrauen über der imposant hervorspringenden Nase leicht nach oben gerafft.

„Weiße Weihnachten“, murmelte er mit belegter Stimme, denn er hatte sich bei den Ermittlungen im Fall des skalpierten Lordsiegelbewahrers eine hartnäckige Bronchitis zugezogen, „das ist für den Agnostiker wie ein Gang durchs Purgatorium!“

„WILDE!“, kreischte eine dissonante weibliche Stimme, die der Dissonanz weiblicher Stimmen eine weitere, bis dato unbekannte Volte hinzufügte. „Was reden Sie für einen Unsinn. Probieren Sie lieber mal diese vorzüglichen Pralinees, die heute Morgen für Sie abgegeben wurden.“

Die Ehrenwerte Penelope Brown, die sich, soweit das ihre versammelten Pfunde zuließen, auf eine Chaiselongue „hingegossen“ hatte, auf der bereits Wildes ebenso stolze wie verblichene Mutter vor Jahrzehnten die Honneurs zu machen pflegte, hielt ihm eine herzförmige und überdies schreiend pinkfarbene Schachtel entgegen.

„Hat der Bote gesagt, wer der Absender ist“, fragte Wilde.

„Hat er nicht.“

„Und liegt der Packung zufällig eine kleine unbeschriebene Karte bei, in deren obere rechte Ecke zwei gekreuzte Schaschlik-Spieße gedruckt sind?“

„Allerdings, kann ich bestätigen.“

„Dann handelt es sich um das Weihnachts-Präsent des großen Fellini, seines Zeichens Englands größter Giftmörder. Er schickt mir jedes Jahr eine Kiste Konfekt, in der stillen Hoffnung, dass er im nächsten Jahr darauf verzichten kann.“

Mrs Brown bemühte sich, zu schlucken und das Schlucken gleichzeitig zu unterdrücken, was ihrer ohnehin schon bemerkenswerten Mimik einen Zug ins Tragisch-Komische verlieh. „Wollen Sie damit andeuten …“, röchelte sie und betrachtete das halbverzehrte Pralinee in ihrer Hand.

„Eines davon ist vergiftet, definitiv. Fragt sich nur, welches. – Haben Sie schon viele gegessen?“

„Nicht alle, aber, äh, doch so gut wie …“

„Ganz schlecht. Dann liegt die statistische Wahrscheinlichkeit, dass Sie eine unbekömmliche Dosis Zyankali abbekommen haben, bei 70 %.“

„Sollten wir nicht auf der Stelle …?“

„Sie meinen, beten? Ich persönlich habe meine Schwierigkeiten, einen alten weißbärtigen Mann als den Verursacher allen Übels auf diesem Planeten zu betrachten, aber wenn Ihnen das wichtig erscheint, bin ich gerne bereit …“

„Ich spreche nicht von Gott, Sie Stupido! Ich spreche vom NATIONAL HEALTH SERVICE!“, brüllte Mrs Brown, und es klang, als ob sich mit einem Schlag ein überhitzter Dampfkessel entladen hätte.

In dem Moment, da die handgeschliffene Brandy-Gläser auf der Anrichte ihr Vibrieren, ausgelöst durch den Gefühlsausbruch der Ehrenwerten, leise singend beendet hatten, schellte die Türglocke.

„Ah, das wird Frobisher sein. Der Mann ist immer der Erste. Nach Ihnen selbstverständlich“, bemerkte Wilde (denn, wie er sich lautlos vergegenwärtigte, die Ehrenwerte raubte ihm bereits seit über einer Stunde die Nerven), und erhob sich dann in der festen Absicht, die Feiertage im nächsten Jahr auf der Weihnachtsinsel zu verbringen. Ein Vorsatz, den er, das war ihm insgeheim bewusst, niemals in die Tat umsetzen würde. Ebenso wenig wie den, an Neujahr das Rauchen aufzugeben. (Ja, sagte er sich, ich habe versprochen, an Neujahr das Rauchen aufzugeben. Aber eben nur an Neujahr!) Mrs Brown nutzte derweil die Gelegenheit, um sich zitternd einen doppelten Scotch einzugießen, das Glas mit beiden Händen zu packen und die bernsteinfarbene Flüssigkeit in einem langen, verzweifelten Zug die Kehle hinunterzustürzen.

Im Flur, aus dem eisige Zugluft die mit afrikanischen Totenmasken, Voodoo-Püppchen und Giftpfeilen lieblich dekorierte Wohnung durchströmte, war ein atonaler Singsang zu vernehmen:

„Good tidings we bring

To you and your kin;

Good tidings for Christmas

And a happy New Year!

We wish you a Merry Christmas

We wish you a Merry Christmas

We wish you a Merry Christmas

And a happy New Year.“

Dann erklang Gelächter und zahlreiche Stimmen, männliche und weibliche, plauderten munter durcheinander.

„Mrs Brown“, rief Wilde durch die geöffnete Tür, die Gäste sind eingetroffen. Wollen Sie nicht kommen, um sie zu begrüßen?“

„Ich habe nur eine Frage, nur eine einzige“, röchelte die Ehrenwerte, „und die lautet: Ist ein Arzt unter den Anwesenden?“

„Nanu? Sind Sie krank, meine Beste?“, fragte der im Ruhestand befindliche Chief-Inspector Frobisher, trat in den Raum und rieb sich die Hände über dem offenen Kaminfeuer, von Sir Winston, Penelope Browns übergewichtiger Bulldogge, mit freundlich-melodiösem Furzen bewillkommt.

„Aber doch nicht unsere liebe Mrs Brown!“, raspelte Kanonikus Pennyfeather, aufrichtig besorgt und von seiner um Lichtjahre jüngeren Gattin Jezebel nach Kräften gestützt. „Das käme ja einer Katastrophe gleich. Wer sollte uns dann die Weihnachtsgeschichte mit so viel Temperament und darstellerischem Geschick wie in den vergangenen Jahren vortragen? Ich meine, das ist doch bereits eine schöne Tradition, nicht wahr?“

Wilde erlaubte sich, die Augen zu verdrehen. Wer schon einmal der Ehrenwerten gefühlt mehrstündige Version der Heiligen Nacht erlebt hatte, wobei es sich die Regisseurin, Produzentin und Drehbuchautorin nicht nehmen ließ, alle Rollen, auch die der bei diesem Ereignis anwesenden Tiere, in eigener Person zu salbadern, blöken, muhen oder grunzen, den konnte auch der Kolossalschinken „Ben Hur“ nicht wirklich schrecken.

„Unfug!“, spie Nelly Rhys-Hobbit in die Runde und klatschte ihrem Gatten Roscoe auf die Finger, der sich anschickte, mit Jezebel Pennyfeathers verlängertem Rückgrat Bekanntschaft zu machen. „Sicher nur ein kleiner Anfall von hämorrhagischem Fieber. Geben Sie ihr noch einen Doppelten, dann regelt sich das.“

„Arf, my Darling“, kreischte indessen die durch Film, Funk und Fernsehen bekannte Laura La Plante aus dem schönen San Antonio, wobei sie wie stets bemüht war, ihre Brüste daran zu hindern, aus dem Dekolleté zu hüpfen, „Deine Wohnung sieht ja aus wie … wie die Grabkammer von Pharao Touch-On-Amur!“

„Mein Gott“, röchelte die Ehrenwerte, „ich sterbe, und Sie alle reden wirres Zeug. - Caligula“, gemeint war der überaus liebenswerte Kanonikus Pennyfeather, dessen Vater, ein exzentrischer Professor in Oxford, einstmals ein achtbändiges Standardwerk über den Untergang des Römischen Imperiums und danach nie wieder etwas veröffentlicht hatte, „Caligula, ich möchte beichten! Auf der Stelle!“

„Aber, meine Liebe, ich bin Anglikaner!“

„Ist mir egal, ob Sie kein Ziegenfleisch essen, solange Sie nur die Pflichten Ihres Amtes erfüllen!“, retournierte die Ehrenwerte.

An diesem Punkt schien es Wilde erforderlich, den kleinen Jokus aufzuklären, den er sich mit seiner Kollegin aus dem „Verein zur Förderung von Mord und Totschlag im Rahmen der bestehenden Gesetze“ erlaubt hatte: „Kein Grund zur Sorge, Mrs Brown. Die Pralinees aus dem Hause Fellini, der im Übrigen mein Schneider in der Saville Row ist, liegen bereits auf dem Gabentisch des Altenpflegeheimes der britischen Eisenbahner in Newcastle upon Tyne. Die hier sind von István‘s Bar & Cafe im Erdgeschoss und völlig harmlos, wenn man den enormen Anteil Zucker außer Acht lässt, der langfristig auch zum Tode führt. Ich bin Stammkunde und bestelle dort das Chicken Tikka Masala. Es besteht also keine Gefahr, dass wir Ihrer unentbehrlichen Gesellschaft in diesem Jahr entbehren müssen.“

„Sie …“, setzte die Ehrenwerte Penelope Brown an, und dann ein weiteres Mal: „Sie …“, doch der ihrer Meinung nach einzig treffende Tiername für Englands größten lebenden Kriminalisten wollte ihr beim besten Willen nicht über die Lippen.

 

Etwa eine Stunde später hatte sich die Runde um die festlich gedeckte Tafel versammelt und genoss die lukullischen Genüsse, die der Hobbykoch („Ich habe da mal eine Kleinigkeit vorbereitet!“) Bruce Smythe-Affington, seines Zeichens Britanniens berühmtester Literaturkritiker, überdies Moderator der Sendung „Feuer, Pfeife, Shakespeare“, für sie gezaubert hatte.

„Die Nierchen sind ja ein Gedicht“, flötete Laura La Plante, die kürzlich in einer finnisch-dänischen Fluxnet-Produktion mit dem Titel „Die nackte Salammbô“ als Tochter des karthagischen Feldherrn Hamilkar Barkas geglänzt hatte.

„Und das gesottene Wildschwein in Pfefferminzsauce würde selbst Ihre Majestät die Königin extemporieren lassen.“, konstatierte Kanonikus Pennyfeather, während seine Knopfaugen lieblich in die Runde strahlten.

„Ich persönlich war schon immer der Meinung“, raunzte Smythe-Affington, „dass unsere englische Haute Cuisine allen anderen Küchen überlegen ist - insbesondere denen, die von den gottverdammten Kontinentaleuropäern gepflegt werden. Ich sage nur: Froschschenkel! Weinbergschnecken! Labskaus! Wobei ich mir allerdings nicht sicher bin, ob es sich bei Letzterem nicht um ein ausgestorbenes Amphibium handelt. - Lassen Sie uns das Glas darauf erheben, dass dieser Spuk nun endgültig vorüber ist! Ab sofort heißt es: Britain First! Cheers!“

„Das stimmt, die sind schon ziemlich komisch, diese Europäer“, konstatierte Jezebel, die allzu blonde Gattin des Kanonikus. „Sugardaddy“, sie tätschelte Pennyfeather die sauber gefegte Stirn, „hat mir zum Geburtstag ein Buch von einem deutschen Philanthropen geschenkt. Der Titel lautet Das Kapitol, und der Autor heißt Karl Murx. Ich dachte, das sei ein Politthriller, aber tatsächlich geht es nur um Zahlen und Fakten und die Frage, warum die Armen auf der Welt so arm sind. Dabei liegt das doch nun wirklich auf der Hand: Weil sie Ihnen das Geld fehlt selbstverständlich! Warum denn wohl sonst?“

„Und der Kerl ist auch noch in London begraben“, stöhnte Smythe-Affington.

„Ach ja?“, griff Roscoe Rhys-Hobbit, seines Zeichens präseniler Veteran der 5. Northumberland-Füsiliere, in die Debatte ein. „Das muss man sich mal vorstellen: Nach den Flüchtlingen kommen jetzt auch noch die Toten über den Kanal, um sich in unserer guten englischen Muttererde bestatten zu lassen. Gut, dass wir Boris Johnson haben, der wird das schon richten. Nur weiße, heterosexuelle Anglikaner gehören in britischen Boden. Gewiss keine Neger! Und auch keine Deutschen! Das ist meine Auffassung, Sir.“

Wilde verspürte das dringende Bedürfnis, eine Schusswaffe abzufeuern, unterließ jedoch heldenhaft, diesem Drang nachzugeben. Fast im selben Moment stieß die Ehrenwerte Penelope Brown einen Schrei aus, der vermutlich noch bei der Wachablösung im Tower zu vernehmen war: „DER STERN VON FARIDABAD! ER IST WEG!“

Für einen Moment erstarrte die ganze Tischgesellschaft, dann rief der wackere Roscoe: „Machen Sie sich keine Sorgen, meine Liebe. Er liegt hier zu meinen Füßen und rührt sich nicht von der Stelle.“

Dabei kraulte er Sir Winston die üppigen Speckfalten.

„Ich rede doch nicht von dem Hund, Sie Schaf! Mein Anhänger ist weg, der Stern von Faridabad! Einer der berühmtesten Diamanten der Welt. Mein sechster Gatte, der Earl of Shrewsbury, hat mir den Stein zur Verlobung geschenkt“, und dabei betastete sie entsetzt die nackte Stelle auf ihrem Dekolleté.

„Unsinn!“, knurrte Wilde, dem die Zerstreutheit der Ehrenwerten bestens vertraut war. „Als ich vorhin zur Tür ging, hatten sie ihn noch um den Hals. Ich kann mich entsinnen, dass er glitzerte wie das MGM Grand in Las Vegas.“

„Sehen Sie, Mann, genau wie ich sage! Das kann nur eins bedeuten: MORD!“

„Diebstahl, um genau zu sein“, grunzte Frobisher.

„Mord, Diebstahl, verschonen Sie mich mit Ihren Spitzfindigkeiten! Auf jeden Fall ist er weg! Keiner bewegt sich von der Stelle. Wilde, verschließen Sie die Ausgänge. Ich bestehe auf Leibesvisitation!“

„Sie werden doch um Himmels Willen nicht annehmen, dass einer von uns …“, entsetzte sich der Kanonikus.

„Selbstverständlich. Oder glauben Sie vielleicht, dass maghrebinische Taschendiebe in dieser Höhle ihr Unwesen treiben?“

„Das ist ein Skandal!“, empörte sich Smythe-Affington.

„Ganz recht“, stimmte Mrs Brown zu. „Ein Skandal!“

„Ich meine, was ich meinte …“, wollte der Literaturkritiker seine Äußerung ins rechte Licht rücken, doch gingen die Worte im darauffolgenden Sturm der Entrüstung unter.

„Eine Frechheit!“

„Ich habe gedient!“

„Gotteslästerung!“

„Infam!“

„Ungeheuerlich!“

„Geben Sie der Person einen Doppelten!“

Mr Wilde, der die Zeit des Aufruhrs genutzt hatte, um in aller Seelenruhe eine Panatella zu entzünden, hob den rechten Arm und bat um Gehör: „Ladies und Gentlemen, ich halte es für dringend geboten, der Angelegenheit auf den Grund zu gehen. Immerhin handelt es sich um einen Gegenstand von beträchtlichem Wert, der verschwunden ist.“

„Halten Sie mich zum Narren, Wilde?“, kreischte die Ehrenwerte. „Beträchtlicher Wert, das ist ja wohl die Untertreibung des Jahres! Von astronomischem Wert wollten Sie vermutlich sagen!“

„Meinetwegen. Gleichwohl halte ich es für angebracht, in dieser Affäre streng nach den Gesetzen der kriminalistischen Deduktion vorzugehen.“

„Das kann nur ein Scherz sein“, blaffte Smythe-Affington. „Ich glaube nicht, dass einer der hier Versammelten es nötig hätte, diesen … diesen vermaledeiten Klunker zu stibitzen. Ich setze als Tatsache voraus, dass jeder von uns über mindestens ein Offshore-Konto auf den Virgin Islands verfügt, dessen Höhe dergleichen Taschenspielertricks per se entbehrlich macht.“

„Und dennoch ist der Stein vom Hals der Ehrenwerten abhandengekommen, und zwar, wie wir bereits festgestellt haben, irgendwann nach dem Zeitpunkt, da die Gäste eingetroffen sind. Der Verdacht, was zu beweisen war, lastet auf uns allen!“

„Na und?“, kreischte Nelly Rhys-Hobbit und hielt sich die koffergroße Handtasche wie Sir Galahad das Schild vor den Busen. „Wer weiß denn, ob nicht in dem Durcheinander während der Begrüßung irgendein Wüstling zwischen unseren Beinen hindurchgeschlüpft ist. Ein Liliputaner zum Beispiel. Das liest man immer wieder. Die verstecken sich unter Röcken und warten dort auf ihre Chance!“

„Dann wären zwei der Anwesenden schon mal aus dem Schneider: Mrs Pennyfeather und Ms La Plante! Unter Röcken dieser Länge, könnte sich nicht mal Tom Däumling verstecken“, bemerkte Frobisher.

„Mag sein. Sollte allerdings irgendjemand auf den Gedanken kommen, dass er bei mir eine Leibesvisitation durchführen möchte, weise ich darauf hin, dass mich die Aborigines in meiner Jugend den ,Fluch des roten Beuteltieres‘ nannten!“

„Wenn ein Liliputaner unbefugt eingedrungen wäre, dürfte es wahrlich keine große Kunst darstellen, ihn zu entlarven“, bemerkte Frobisher. „Auch ohne Leibesvisitation. Im Übrigen gibt es ja noch den Hund. Er hätte bei einem Fremden sicherlich angeschlagen.“

Die Versammelten betrachteten Sir Winston, der mittlerweile, alle Viere von sich gestreckt, in der Bibliothek neben seinem angeknabberten Schinkenknochen ruhte, und kamen zu dem Ergebnis, dass das wohl kaum der Fall gewesen wäre.

Nun ergriff erneut der Gastgeber das Wort: „Wenn Sie gestatten, liebe Freunde, werde ich in der Folge einige Fragen stellen, deren Antworten helfen sollen, mich der Lösung des Rätsels näherzubringen. Um genau zu sein, ich gedenke, angesichts der bereits fortgeschrittenen Stunde und der Tatsache, dass ich nicht beabsichtige, den Mitternachts-Krimi auf BBC 3 zu verpassen, den Täter in exakt zwanzig Minuten zu entlarven!“

Ein kollektiver Aufschrei des Erstaunens war die Folge.

„Wilde, das ist ja Wahnsinn. Wir wissen noch praktisch nichts über den Fall!“

„Einspruch, Chief-Inspector, wir wissen sogar eine ganze Menge.“

„Zum Beispiel?“

„Zum Beispiel wissen wir, wer der Täter ist.“

„Wie bitte? Ich höre wohl nicht recht. Und wen haben Sie im Verdacht?“

„Kein Verdacht, Smythe-Affington, Gewissheit!“

„Den Namen, Sir, rasch! Diese Unsicherheit wirkt wie eine Überdosis Strychnin auf meine Leber!“

„Bitte um Geduld, denn wir wollen uns doch nicht den Spaß verderben, den Dieb nach allen Regeln der Kunst zu überführen.“

„Spaß?“, rief die Ehrenwerte, bis in ihre tiefergelegten Grundfesten erschüttert. „Hat dieser Mann soeben Spaß gesagt?“

„Ganz recht, Mrs Brown, und hier kommt meine erste Frage: Wie genau haben Sie den Stern von Faridabad heute Abend getragen?“

„Ich weiß wirklich nicht, wie das zur Aufklärung beitragen kann, aber da es Ihnen so wichtig erscheint: an einer Kette um den Hals!“

„Das stimmt. Und können Sie die Kette beschreiben?“

„Sie war halblang und hatte Glieder aus purem Gold, die wie Palmwedel geformt waren. Weihnachtlich eben.“

„Und der Verschluss? Können Sie etwas über den Verschluss sagen? Hat der vielleicht eine spezielle Sicherung?“

„Nein. Man muss nur den Haken durch die entsprechende Öse führen.“

„Könnte es sein, dass dieser Verschluss defekt ist?“

Die Ehrenwerte wandelte ihre Gesichtsfarbe einmal von Rot zu Weiß, und dann wieder zurück. „Ja, er hat schon mal ein bisschen geklemmt, gelegentlich. Aber nicht heute! Das kann ich beschwören! Nicht heute Abend!“

Wilde lächelte sinister, fasste in die Brusttasche seines Sakkos und beförderte hinter dem Einstecktüchlein die soeben beschriebene Kette hervor.

Ein allgemeiner Aufschrei kommentierte dieses Kunststück.

„Sie sind es gewesen“, rief Nelly Rhys-Hobbit. „Sie haben den Stern von Faridabad gestohlen. Deswegen waren Sie so ungeheuer sicher, den Täter zu kennen.“

„Weit gefehlt, meine Liebe, denn, wie zu bemerken Sie wohl die Güte haben werden, die Kette ist da, aber der Diamant, der daran baumelte, ist weiterhin verschwunden. Das Schmuckstück habe ich vorhin auf dem Fußboden vor der Hausbar entdeckt, wo es Mrs Brown vermutlich vom Hals gerutscht ist, als sie mit der Whiskeyflasche hantierte. Vor der Bar liegt ein Flokati aus Yak-Schwanzwolle, der den Aufprall geräuschlos abgefedert hat. Meine Absicht war, ihr das Kleinod nach dem Essen zurückzugeben, doch dann erkannte ich, dass etwas fehlt, was dort eigentlich hingehört: Der Stern von Faridabad!“

„Leibesvisitation!“, kreischte Mrs Brown.

„Ich würde das übernehmen“, meldete sich Laura La Plante. „Mr Wilde ist mir durch gemeinsame Wechselfälle des Lebens anatomisch vertraut. Ich kenne seine Abgründe aus dem Effeff.“

„Das ist sehr gütig, Miss La Plante“, erklärte der Meister spitzlippig, „aber doch wohl kaum erforderlich. – Betrachten wir lieber das Glied in der Kette, an dem der Stein einstmals befestigt gewesen ist. Wir entdecken, dass Gewaltanwendung vonnöten war, um ihn aus der soliden Goldeinfassung zu lösen. Sehr schön auch hier an den Dellen erkenntlich, die von einem Werkzeug stammen, das mit großer Energie auf die metallene Hülle eingewirkt hat.“

„Unfassbar“, rief Frobisher, „Sie haben recht. Die Spuren sind frisch.“

„Aber das müsste doch jemand aufgefallen sein“, gab Smythe-Affington zu bedenken. „Keiner von uns ist nach dem Betreten der Wohnung auch nur für eine Minute allein gewesen.“

„Das ist korrekt“, stimmte Wilde zu, „und dennoch kann es keinen Zweifel geben: Wenn man alle denkbaren Lösungen eines Problems eliminiert, ist die unlogische, obwohl anscheinend nicht möglich, zweifelsohne die richtige.“

„Longfellow?“, fragte Roscoe Rhys-Hobbit.

„Shakespeare“, korrigierte Smythe-Affington. „King Lear, dritter Akt, zweite Szene.“

„Mrs Brown, eine weitere Frage.“

„Wenn’s der Wahrheitsfindung dient.“

„Ganz gewiss sogar. – Wer war mit Ihnen im Zimmer, als Sie sich auf den Schrecken mit den Pralinees einen doppelten Scotch gegönnt haben?“

„Niemand, das wissen Sie doch.“

„Wirklich niemand?“

„Nein, zum Teufel. Sie haben mir die Lüge über Fellini aufgetischt, dann hat es geklingelt, und Sie gingen, um zu öffnen. Ich blieb allein zurück.“

„Kein Zweifel?“

„Nein, zur Hölle!“

„Nun gut! Lassen wir das vorerst so stehen. – Smythe-Affington, Sie sind ein Mann, der auf vielen Gebieten bewandert ist. Kennen Sie sich zufällig mit Edelsteinen aus?“

Der Kritiker, sichtlich gebauchpinselt, stülpte eine herablassende Miene über sein krötenartiges Gesicht: „Nun, ich würde mich nicht als Spezialisten bezeichnen, aber ein wenig Ahnung habe ich schon von der Materie.“

„Ist Ihnen der Stern von Faridabad vertraut?“

„Durchaus. Mrs Brown besaß die Güte, ihn mir zu präsentieren.“

„Können Sie uns etwas über dessen Geschichte erzählen? Man sagt, wenn ich recht informiert bin, ihm hafte ein Fluch an, der sich früher oder später gegen seinen jeweiligen Besitzer richtet.“

„Das ist korrekt, auch wenn ich derlei abergläubischem Humbug selbstverständlich keinen Glauben schenke.“

„Ist es nicht so, dass der Stein mehrfach auf geheimnisvolle Weise verschwunden und wiederaufgetaucht ist?“

„Beim Jupiter! Sie haben Recht. Das war mir entfallen! – Bei dem Stern handelt es sich um einen blauen Diamanten von 45,52 Karat, der im 17. Jahrhundert von einem holländischen Kaufmann in der Nähe der Stadt Faridabad im indischen Bundesstaat Haryana entdeckt wurde. Nur wenig später ist der bedauernswerte Finder von einem Sumpfkrokodil verspeist worden, was viele seiner Zeitgenossen als böses Omen sahen. Im Laufe der Jahrhunderte ist die Kostbarkeit dann mehrfach verschwunden, tauchte wieder auf und verschwand erneut. Zumeist im Zusammenhang mit ungewöhnlichen Todesfällen. Das eine steht fest: Wer auch immer dieses Prachtstück in Händen hielt, er wurde dafür gewiss nicht mit einem glücklichen Ende belohnt: Denken Sie nur an Rudolph Valentino, Jean Harlow oder Elvis Presley.“

„Elvis Presley?“

„Ja. Es heißt, er trug den Stein um den Hals, als er in Graceland seinen letzten Seufzer tat.“

Die Ehrenwerte fasste sich instinktiv ans Dekolletee und schluckte. „Elvis“, murmelte sie fassungslos.

Wilde erhob sich von seinem Platz und verschränkte die Hände hinter dem Rücken. „Gut. Ich denke, ich weiß nun, was geschehen ist. Jetzt gilt es, den Betreffenden mit seinem Diebstahl zu konfrontieren und ihm ein Geständnis abzuringen. Dieses Unterfangen dürfte den schwierigsten Teil darstellen, denn ich muss aus guten Gründen annehmen, dass dem Täter jedes Gefühl für Unrecht abgeht.“

Nelly Rhys-Hobbit wandte sich an Mrs Brown und flüsterte: „Es ist diese grässliche Amerikanerin gewesen. Ich habe es von Anfang an gewusst. Die nackte Salammbô. Flaubert hin oder her. Ich würde mich schämen, in einem solchen Machwerk aufzutreten.“

„Das stimmt“, flüsterte Mrs Brown zurück, „allerdings dürfen wir nicht außer Acht lassen, meine Liebe, dass Sie auch niemand gebeten hätte.  Sie kommen wohl eher für ,The Creature from the Black Lagoon‘ in Frage.“

Währenddessen hatte sich der Meister seinen zerfledderten Hausmantel übergezogen, der wesentlicher, wenngleich optisch beklagenswerter Bestandteil seiner kriminalistischen Ruhmestaten war, und sich einen Teller mit köstlich duftendem Bœuf Stroganoff beladen.

„Ich, Orpheus Wilde, meines Zeichens der berühmteste noch lebende Privatdetektiv alter Schule, werde mich nunmehr in die Bibliothek begeben, die Türen fest verschließen und Ihnen innerhalb der nächsten fünf Minuten nicht nur den Täter, sondern selbstverständlich auch den abgängigen Stein präsentieren!“

„Kenne ich“, raunte Roscoe Rhys-Hobbit der hochbusigen Jezebel Pennyfeather zu. „Nephrolithen! Unangenehme kleine Dinger! Da helfen nur trockene Martini und feuchte Wickel!“

„Wie?“, rief die Ehrenwerte. „Was soll das denn jetzt? Der Schuldige sitzt hier an diesem Tisch! Was wollen Sie in der verdammten Bibliothek? Noch mal schnell ,The Adventure of the Blue Carbuncle‘ lesen? Und wozu benötigen Sie den Teller? Können Sie Ihren Heißhunger nicht nach der Lösung des Falls stillen?“

„Haben Sie Vertrauen, Mrs Brown!“

„Ich hatte sechs Mal Vertrauen, Wilde, und habe sechsmal den kostbarsten Besitz einer Frau hergegeben, ohne dabei auch nur ein Jota mehr Glück zu haben als die bedauernswerte Anna Karenina!“

„Sechsmal? Ein medizinisches Wunder“, spottete Frobisher.

„Allegorisch gesprochen, Chief-Inspector, rein allegorisch!“ Sie wollte sich noch einmal an Orpheus wenden, doch der große Detektiv war bereits in die Bibliothek eingetreten und hatte die Flügeltüren ohne ein weiteres Wort verschlossen.

So blieb ihnen nichts anderes übrig, als der Dinge zu harren, die noch kommen würden. Ein tiefes und recht unbehagliches Schweigen hatte sich der reglos dasitzenden Abendgesellschaft bemächtigt, und es schien, als habe jeder jeden heimlich im Verdacht und verfolge argwöhnisch dessen Benehmen aus den Augenwinkeln heraus, in der Hoffnung, dass ein Seufzen oder doch zumindest ein verräterisches Flattern der Lider den Schuldigen entlarven werde. Dann, plötzlich, drangen Geräusche aus der Bibliothek. Zunächst ein leises Klappern, anschließend eine Art Schluffen, Wummern, Röcheln, Hämmern und letztlich gar ein veritables Knurren! Tatsächlich schien es, als ob da zwei Kontrahenten miteinander einen wortlosen, aber äußerst verbissenen Kampf ausfochten.

„Der Liliputaner“, flüsterte Nelly Rhys-Hobbit. „Ich hab’s doch geahnt.“

Unbewusst zuppelte Jezebel Pennyfeather den Saum ihres Kleides etwas tiefer.

Danach, ebenso abrupt, wie sie begonnen hatten, verstummten die Geräusche. Eine bleierne Stille legte sich über die Anwesenden, eine Stille des Todes, die erst eine volle Minute später von Mrs Brown beendet wurde.

„Wilde! Denken Sie, er ist … er ist …“

Die Türen der Bibliothek wurden aufgestoßen, und da stand er, Orpheus Wilde, etwas blass vielleicht, aber äußerlich unversehrt. Und neben ihm erschien Sir Winston, die Bulldogge der Ehrenwerten, furzte leise, aber durchaus melodiös, trippelte zu seiner Herrin, machte Platz, setzte ein zerknirschtes Gesicht auf und legte vorsichtig das ab, was er die ganze Zeit im Maul getragen hatte: den funkelnden Stern von Faridabad!

Rufe des Erstaunens wurden laut:

„Wie ist das möglich?“

„Wo hat die Bestie den her?“

„Ein vollkommenes Rätsel!“

„Früher waren die Nierensteine kleiner.“

Mrs Brown packte ihre beiden kostbarsten Besitztümer, den Klunker und den Köter, und drückte beide an den freudig wogenden Busen. „Ich würde heulen vor Glück, wenn ich nicht befürchten müsste, mein Makeup könnte verschmieren. – Mein lieber, lieber Sir Winston, ich wusste schon immer, dass du der reinste Bluthund bist. Wo hat mein kleiner Liebling den Stein gefunden?“

„Nun, natürlich dort, wo er ihn versteckt hatte“, bemerkte Wilde, ohne eine Miene zu verziehen.

„Wie bitte?“

Der große Detektiv zog eine Panatela aus der Tasche seines Hausmantels, entzündete sie, blies einige bemerkenswert kubistische Rauchwölkchen an die Decke und erläuterte, was geschehen war:

„Als ich Sie fragte, Mrs Brown, ob noch jemand mit Ihnen im Zimmer war, als ich die Tür öffnete, haben Sie das verneint. Ich will mal voraussetzen, dass geschah in gutem Glauben, obwohl ich zu bedenken gebe, dass eine ausgeprägte Persönlichkeit wie der edle Sir Winston nicht als Niemand bezeichnet werden sollte.“

„Wollen Sie andeuten …?“, ächzte die Ehrenwerte.

„Nicht andeuten, meine Liebe, denn die Fakten und, mehr noch, das Geständnis des Täters, machten meine Deduktion zur Gewissheit. Wie ich bereits sagte, ging dem Schuldigen jedes Unrechtsgefühl ab, was bei Hunden keineswegs erstaunlich ist, doch bin ich davon ausgegangen, dass ein köstlich duftender Happen Fleisch eine wahrheitsbefördernde Wirkung entfalten müsste.“

„Mein Bœuf Stroganoff de Luxe?“, röchelte Smythe-Affington. „Ein Raub der … Hunde?“

„Bedeutungslos. Gehen wir lieber zurück an jenen Punkt, da Sie, Mrs Brown, in dem Irrglauben befangen, durch Fellinis Pralinees vergiftet worden zu sein, das einzig Richtige taten und sich anschickten, den Teufel mit Beelzebub auszutreiben, sprich, das Strychnin mit einem 24 Jahre in Eichenfässern gelagerten Scotch. Beim Vorbeugen, um die Flasche zu packen, rutschte Ihnen aufgrund des defekten Verschlusses die Kette vom Hals und fiel unbemerkt auf den am Boden liegenden Flokati. Unbemerkt heißt, von Ihnen unbemerkt, während Sir Winston, der, wie ich mich entsinne, seine Haare großzügig auf meiner Ottomane verteilte, die Situation vermutlich mit einem Blick erfasste. Als wir eifrig damit beschäftigt waren, uns frohe Weihnachten zu wünschen, packte er die Gelegenheit beim Schopfe und begann, den unwiderstehlich funkelnden Gegenstand mit seinen kräftigen Zähnen aus dessen Einfassung zu nagen. Die Spuren der Tat haben wir bereits gesehen. Nachdem das erledigt war, und er eine Weile lustvoll auf dem Stein herumgekaut hatte, wurde ihm klar, dass er möglicherweise Ärger bekommen würde. Deshalb beschloss der kluge Hund, den Beweis an einer, wie er vermutlich glaubte, todsicheren Stelle zu verstecken: in der Spitze meines türkischen Pantoffels!“

„Beim Jupiter! Dieser Köter ist der reinste Arséne Lupin!“, konstatierte Chief-Inspector Frobisher.

„Nein“, widersprach Orpheus Wilde, „ich denke, das ist er nicht. Allerdings gibt uns diese kleine Affäre Gelegenheit darüber zu sinnieren, dass alle Schätze der Welt nicht das aufwiegen können, was wir soeben, in dem Bemühen, uns gegenseitig zu verdächtigen und anzuklagen, aufs Spiel gesetzt haben: Freundschaft nämlich, unsere Freundschaft, die doch wichtiger ist als alle Diamanten und Geschmeide von Indien zusammen. Ich erhebe mein Glas auf Sir Winston, einen unvergleichlichen Stoiker, der sich stets und zu Recht die Frage stellt, was hülfe es dem Hund, wenn er die ganze Welt gewönne, und nähme doch Schaden an seinem Schinkenknochen? Cheers, meine lieben Gäste, und überdies auch, meine sehr geschätzten Freunde!“

„Cheers!“, riefen die anderen sichtlich bewegt und stießen miteinander an.

„Und nun, endlich, der krönende Abschluss unseres Festmahls: Crunchy Frogs auf gefrorenen Stachelbeeren mit einer Sauce du Chef! Bon Appétit!“

Bruce Symthe-Affington, Britanniens größter lebender Literaturkritiker und Moderator der Sendung „Feuer, Pfeife, Shakespeare“, rieb sich stillvergnügt die Hände.

 

T H E   E N D