Kapitel 3.0: Teilzeit-Märtyrer

 

„Private Investigations“ stand auf der Riffelglasscheibe, die zu meinem Büro im Lyndon-B.-Johnson[1]-Tower in West Los Angeles führte. Obwohl, im Licht der reinen Vernunft[2] betrachtet ist der Ausdruck Büro vielleicht ein wenig euphemistisch. Tatsächlich handelte es sich um einen ausrangierten Schuhkarton, in dem Lady Bird Johnson[3] im Höchstfall ihre Gummistiefel für die Gartenarbeit aufbewahrt hätte - oder die Weihnachtskarten der verdammten Queen! Sie wissen schon, Mister Johnson, ihr Ehegespons, war der Typ, der amerikanischer Präsident wurde, nachdem er Sam Giancana[4] beauftragt hatte, JFK[5] den Schädel wegzublasen. Oder waren das die Typen von Area 51[6]? Hellzapoppin‘[7], bring‘s immer durcheinander. Wie dem auch sei, ich hatte diese Bruchbude seinerzeit etwas günstiger bekommen, weil ich eine eigene Schere besaß und mir Löcher für die Fenster in die Wände schneiden konnte. Ein altersschwacher Schreibtisch, früher im Besitz von Prospero „Dutchie“ Fontana[8] aus Little Italy, dessen Gattin ich beim „Kuchenbacken“ mit dem Gasmann erwischt hatte, ein Drehstuhl aus Holz, ein Besuchersessel mit abgewetztem Bezug aus Affenarsch-Leder, ein arthritischer Garderobenständer, ein Bild, das die Brooklyn-Bridge zeigte, ein Bild, das Raymond Chandler in Badehose zeigte, und ein Bild, das Marilyn Monroe ohne Badehose zeigte, waren mein gesamtes Inventar. Ach ja, und der Kalender der „First National Bank of Lompoc“ von 2125 natürlich. Der mit den „unzensierten Höhepunkten der weiblichen Akt-Holographie“.

 

 

 

Es klopfte. Ungefähr so laut und energisch wie ein Backenhörnchen Quickstepp tanzt.

 

Ich legte die Füße auf den Schreibtisch, klemmte mir eine Heterodontosaurus ohne Filter zwischen die Lippen, riss das Streichholz an meinem durch einen Drei-Tage-Bart veredelten Kinn an und rief ohne großen Enthusiasmus: „Kommen Sie schon rein, die verdammte Tür ist ja offen.“

 

Die verdammte Tür öffnete sich zögerlich einen Spalt, gerade weit genug, dass etwas hindurch schlüpfen konnte, was früher vermutlich die Zweitbesetzung der Tinkerbell in „Fairy Tales of Peter Pan“ gewesen war. „Passen Sie mit dem verdammten Feenstaub auf, Lady“, knurrte ich. „Meine Putzfrau kommt erst nächste Woche.“

 

Sie blieb mitten im Raum stehen, und ihre kleine rosafarbene Schnute klappte nach unten, wie der Schnabel eines mechanischen Vögelchens in Disneyworld, Pjöngjang.

 

„Was?“, hauchte sie tonlos.

 

„War nur’n Scherz“, bemerkte ich. „Nehmen Sie auf dem Stuhl da Platz, und erzählen Sie mir von Ihren Sorgen, Dollface. Mein Name ist Karloff, Boris Karloff[9], und ich bin Ihr freundlicher Privatdetektiv von nebenan.“

 

Boris Karloff?“, wiederholte sie und presste ihre Handtasche an den recht ansehnlich modellierten Busen.

 

„Ja, was dagegen?“

 

„Aber im Telefonbuch steht, ihr Name sei Miles Archer[10].“

 

„Natürlich steht das im Telefonbuch, Schätzchen, oder würden Sie bei einem Detektiv anrufen, der Boris Karloff heißt?“

 

„Ganz gewiss nicht!“, rief sie, während sich ihr Gesicht zartrosa wie ein zu heiß getragener Schlüpfer im Betty-Boop[11]-Heim für gefallene Mädchen verfärbte. „Und nennen Sie mich gefälligst nicht Schätzchen, Sie impertinenter Kerl!“

 

„Okay, wie dann? Toots? Cutie?“

 

„Miss Salome[12] Otterbourne, wenn ich bitten darf!“, rief sie mit alttestamentarischer Inbrunst.

 

„Nehmen Sie Platz, Miss Salami.“ Ich wies anzüglich grinsend auf den unbefleckten Besucherstuhl.

 

Sie tat es, aber sie tat es unter stillem Protest. Vermutlich würde sie morgen oder so einen Hungerstreik gegen mich ins Leben rufen. In ihrem Topflappen-Club bei den „Töchtern der amerikanischen Revolution“.

 

„Nun, schöne Bewohnerin dieses ungastlichen Planeten, was kann ich für Sie tun.“

 

„Zunächst einmal könnten Sie diese … diese widerliche Zigarette ausmachen.“ Sie hustete ein wenig und wedelte mit den kleinen Patsche-Händchen in der Luft. „Rauchen verringert die Anzahl der Spermatozoen und ist außerdem gesetzlich verboten!“

 

„Hey, Miss Salami Otterbourne, bringen Sie gefälligst nicht meinen teerhaltigen und nikotingeschwängerten Rauch durcheinander! Das Abfeuern von Schusswaffen ist auch nicht sehr nett, aber keinesfalls illegal. Zumindest nicht hier, bei uns, in Gottes eigenem Land. – Oder möchten Sie lieber meinen .357 Magnum Colt-Python aus der Nähe betrachten?“

 

Ganz gewiss nicht“, rief sie und machte Anstalten so zu tun, als ob sie nun doch lieber gehen wolle. „Ich glaube, ich will doch lieber gehen, Mister … Mister !“, stotterte sie planlos und erhob sich halb von ihrem Sitz.

 

Sie ging aber nicht. Sie blieb einfach mit ihrem süßen Mandarinen-Arsch zehn Zentimeter über dem Besucherstuhl in der Luft hängen.

 

„Sie mögen mich, stimmt’s?“ Ich grinste wie Clark Gable am Valentinstag.

 

„Nicht besonders“, knurrte sie und setzte sich wieder.

 

„Ich mag Sie auch, Miss Salami.“

 

„Nennen Sie mich nicht so.“ Sie kicherte und schlug die Augen nieder.

 

Wie soll ich Sie bitteschön nicht nennen?“

 

Salami. Ich heiße nicht Salami! Das wissen Sie ganz genau. Mein Name ist Salome.

 

„Stimmt, aber du bist mindestens genauso lecker wie die beliebte italienische Salzwurst.“

 

Das brachte sie vollends aus dem Konzept. „So etwas muss ich mir nicht bieten lassen“, fauchte sie mit einer Stimme, die irgendwo aus ihrem linken Strumpfband zu kommen schien. Ich nahm die Füße vom Schreibtisch, ging auf die andere Seite, beugte mich über ihr nach Fliederessenz, Sonnenschein und selbstgebackenen Keksen duftendes Gesicht und drückte ihr einen Kuss mitten auf die kirschroten Lippen. Sie schmeckten ein wenig wie ein Sonntagmorgen in Dayton, Ohio, 1903[13], auf dem Weg zur Bibelstunde mit Onkel Remus[14]. Danach drehte ich mich kommentarlos um, ging wieder hinter meinen Schreibtisch, ließ mich auf meinen „Private Investigator“-Stuhl fallen und sagte: „So, damit wäre dieser Punkt wohl erschöpfend behandelt.“

 

„Das-das-das können-können-können Sie doch nicht einfach so tun …“, stotterte sie, und diesmal klang ihre Stimme, als käme sie aus dem Alpha-Centauri-System, oder zumindest aus einer Wolke gequirlten Ektoplasmas mit zu viel Soda.

 

„Und ob ich das kann, Toots, ich habe nämlich dreimal hintereinander den ,Marquise de Sade[15]‘-Award für besonders tiefsinniges Arschversohlen von überkandidelten Klientinnen gewonnen. – Und jetzt rücken Sie, verdammt nochmal, damit raus, was Sie wollen, ich habe nicht den lieben langen Tag Zeit.“

 

Daraufhin erbleichte sie ein wenig und schwieg.

 

Ich holte meine Büroflasche „Golden Piasters“ aus der Schreibtischschublade und goss ihr einen Drink ein, den selbst der erzheilige Joseph Smith[16] nicht als zu „mildtätig“ empfunden hätte.

 

„Runter damit, dann spricht es sich leichter.“

 

Sie nahm das Glas behutsam mit beiden Händen von der Schreibtischkante, betrachtete dessen Inhalt, als sei es ein frisch geschlüpftes Krokodil, schloss die schönen veilchenblauen Augen und kippte das Zeug in einem einzigen langen Schluck die Kehle hinab. Anschließend rief sie etwas, das wie „Godfrey Daniel[17]!“ klang und machte ein Bäuerchen.

 

 

 

„Es is wegen mei‘m klei’n Bruder“, schniefte sie mit bleischwerer Zunge.

 

„Wegen meines kleinen Bruders“, insistierte ich. „So viel Zeit muss sein. Was ist mit dem Racker? Ist er von der Schaukel gefallen?“

 

„Sie nehmen mich nicht ernst, Mr. Orloff[18].“

 

Karloff. Nicht ernster als ich muss, Toots. – Aber halten wir uns nicht mit Marginalien auf, falls Sie dieses Wort noch aus der Sonntagsschule kennen. Welche Probleme hat Ihr Bruder?“

 

„Er ist verschwunden. Spurlos.“ Ihre Pupillen weiteten sich wie eine Supernova in der Spiralgalaxie NGC 5457 und ich ahnte, dass ich dabei war, mich unsterblich zu verlieben.

 

„Verschwunden? Spurlos? Seit wann denn?“

 

„Seit gestern“, rief sie, den Tränen nahe, und drückte sich ein winziges Taschentuch gegen das spitzfindige Näschen.

 

Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück und sah sie fassungslos an. Die Sekunden tropften wie tote Blätter von den Bäumen des Lebens – oder etwas ähnlich Tiefschürfendes in der Preislage. „Seit gestern?“, fragte ich, um mich zu vergewissern, dass mir meine Ohren keinen Streich gespielt hatten. „Sie meinen, den Tag vor heute?“

 

„Ja“, bestätigte sie, und ein leichter Anflug von Jähzorn flackerte in ihren Mundwinkeln auf. Was ist so schwer daran zu verstehen?“

 

„Wie alt ist Ihr Bruder.“

 

Sie kaute, wie mir schien, ein bisschen lange auf der Antwort herum. „Zweiunddreißig.“

 

„Zweiunddreißig.“, wiederholte ich, mit dem Kopf nickend. „Zweiunddreißig Jahre, vermute ich.“

 

„Natürlich Jahre, was denn wohl sonst? Kohlköpfe?“

 

„Und der Gedanke, dass sich ihr zweiunddreißig Jahre alter Bruder mal eine Nacht voller Spaß auf den vielfältigen Pfaden des Lasters gegönnt hat, ist Ihnen wohl nicht gekommen? Ich meine, da ruft man nicht bei Mutti an, um zu sagen, dass man sich zum Abendessen verspätet, oder?“

 

Sie sprang wie eine Schnappfeder nach vorn an meinen Schreibtisch, und ihr Gesicht hatte die Farbe eines Schuppenkriechtiers in einem Drink am Strand der San-Asesino-Bay in San Pedro, Boliguay. „Was erlauben Sie sich, Sie Schmock[19]! Wir sind Frisbee-…, Presbyterianer!“

 

„Das ist ja schön, dass sie lesbische Indianer sind, aber deshalb müssen Sie mich nicht gleich in süßsaure Sauce einlegen.“ Ich wischte mir demonstrativ die Spuren ihres Glaubensbekenntnisses von der Krawatte. „Nach meiner persönlichen Erfahrung haben selbst die Circumcellionen[20], ja sogar Bischofe und Päpste der Kirche Jesu Christi der Heiligen der allerletzten Tage Bedürfnisse in den entsprechenden Regionen des Unterleibs. Haben Sie schon mal von Geschlechtsorganen gehört, Sweetheart?“

 

„Mein Bruder hat keine -“, fing sie an, stockte und korrigierte sich dann gerade noch rechtzeitig: „Nicht mein Bruder!“ Sie stapfte mit dem Fuß auf, wie St. Betty, die Nonne, die den Aussätzigen den Discofox beigebracht hat, und schleuderte den Zeigefinger der rechten Hand gleich einem Blitz gegen meine Brust. „Er trinkt nicht, er flucht nicht, er raucht nicht, und niemals im Leben würde er eine Frau auch nur anrühren, ohne zuvor den Bund der Ehe mit ihr geschlossen zu haben!“

 

„Klingt irgendwie schräg“, bemerkte ich. „Was ist Ihr Bruder von Beruf? Teilzeit-Märtyrer?“

 

„Versicherungsmathematiker.“

 

„Versicherungsmathematiker, natürlich. Das hätte ich als nächstes getippt.“ Ich nahm ein bereits beschriebenes Pergament (Die Rechnung einer chinesischen Wäscherei für mein Suspensorium) und einen Kugelschreiber - aus keinem anderen Grund als dem, Miss Otterbourne zu demonstrieren, dass ich ein Profi in Sachen abgängiger Versicherungsmathematiker und/oder Brüder war. „Wann hatten Sie das letzte Mal Kontakt zu ihm?“

 

„Gestern.“

 

„Gestern? - Ach ja natürlich, gestern. Und wie? Ich meine, telefonisch, telegrafisch, per Alphorn?“

 

„Er hat mich angerufen. Das muss so gegen achtzehn Uhr gewesen sein. Mutter hatte gerade die Kartoffeln auf den Herd gesetzt, und Mutter setzt die Kartoffeln immer um achtzehn Uhr auf den Herd. Joseph – das ist mein Bruder, Joseph Micklewhite[21] Otterbourne III. - sagte, er sei auf einer überraschend angesetzten Dienstreise, wollte mir aber nicht verraten, wo und warum, was mir seltsam vorkam, weil wir sonst nie Geheimnisse voreinander haben. Insbesondere machte mich stutzig, dass im Hintergrund Mariachi-Musik zu hören war.“

 

„Mariachi-Musik?“

 

„Ja, Sie wissen schon, so mit Geigen und Gitarren und Mexikanern, die Ándale[22] brüllen

 

„Ich weiß genau, was Sie meinen. – Hat er sonst noch was von sich gegeben?“

 

„Ja, er sagte, Mutter und ich sollten uns keine Sorgen machen, und Daddy natürlich auch nicht. Daddy hatte vor sechs Monaten einen Schlaganfall und ist an den Rollstuhl gefesselt. Er kann nicht mehr sehen, stehen, gehen, liegen oder Cäsaropapismus[23] sagen und lutscht den lieben langen Tag an seiner leeren Pfeife rum.“

 

„An seiner leeren Pfeife?“

 

„Ja, weil Mom sagt, Rauchen sei eine schäbige und zutiefst gotteslästerliche Angelegenheit und außerdem –„

 

„- gesetzlich verboten, ich weiß. – Für welche Firma arbeitet Ihr Bruder?“

 

Sie öffnete die Handtasche und wühlte darin herum, bis sie eine abgegriffene Visitenkarte gefunden hatte. „Hier“, sagte sie, „da steht alles drauf.“

 

Ich setzte die Brille auf die Nase und las:

 

 

 

MWIA-Insurance Inc.

 

New York City – Mumbai - London

 

Joseph Micklewhite Otterbourne III.

 

Versicherungsmathematiker

 

Abteilung für Schadensbegrenzung

 

 

 

„Abteilung für Schadensbegrenzung? Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt.“

 

„Oh ja. Ich glaube, Joseph ist sogar stellvertretender Leiter dieser Abteilung. Er hat einen Biorhythmus[24] oder sowas ähnliches erfunden, mit dem sich Katastrophen vorhersagen lassen. Sein Boss meint, Joseph werde es noch mal sehr weit bringen im Leben. Deshalb bin ich ja so besorgt.“

 

„Weil er es im Leben noch mal sehr weit bringen wird?“

 

„Nein, deshalb natürlich nicht, Dummerjan.“ Sie gestattete sich ein kokettes kleines Lüpfen der Augenbrauen. „Weil er sich nicht gemeldet hat. Er sagte, er würde es tun, ganz bestimmt, doch dann hat er es nicht getan. Bis kurz nach Mitternacht haben Mom und Dad und ich gewartet, dann sind wir ins Bett gegangen. Jeder in seins natürlich. Ich musste am nächsten Tag sehr früh aufstehen. Wir waren alle schrecklich deprimiert.“

 

„Arbeiten sie auch bei einer Versicherung?“

 

„Nein, ich bin Anwaltsgehilfin. In der Kanzlei Flywheel, Flywheel, Shyster & Flywheel[25].“

 

Ich nickte, stülpte mein „Verzwickte Angelegenheiten“-Gesicht über und versuchte mir, poetisch gesprochen, der nächsten Schritte gewahr zu werden, die es nunmehr zu unternehmen galt.

 

„Sie denken doch nicht, dass etwas passiert ist, oder, Mister Orloff?“

 

Karloff. Ich glaube“, sagte ich, im Brustton der Überzeugung und kratzte mich am Kinn, „dass ihr Bruder noch am Leben ist, falls Sie das meinen.“

 

Sie ließ sich zurück auf den Besuchersessel fallen und presste erleichtert die Hand aufs Herz. „Gottseidank. Sie wissen ja gar nicht, wie sehr Mutter und ich uns deswegen schon gegrämt haben.“

 

„Andererseits“, schränkte ich ein, „kann man nie wissen. Vielleicht treibt seine halbverweste Leiche bereits den Los Angeles River hinunter.“

 

Sie erbleichte und zerknüllte ihr Taschentuch zu etwas, das nach unausgeschlafenem Henry Moore aussah.

 

„Um Ihnen helfen zu können, müssen Sie mir zunächst einen Hinweis geben, wo ich meine Suche beginnen soll.“

 

Sie nickte so ernsthaft wie ein Kind, dem Vater soeben die Geschichte des Herzog von Blangis[26] erzählt hat. Dann kam ihr der rettende Gedanke. Sie wühlte erneut in der Handtasche und förderte ein dezent pinkfarbenes Adressbuch mit Strass-Applikationen, Glitzerstaub und einem kunstseidenen Einlegebändchen an dessen Ende ein Plastikferkel baumelte zum Vorschein. Wenn man es öffnete, erklang Händels Feuerwerksmusik, von einem achtzigköpfigen Sinfonieorchester auf Kämmen geblasen. „Ich habe seine neue Adresse. Sie müssen nämlich wissen, Mister Karloff, Joseph ist vor drei Monaten von zu Hause ausgezogen, und das obwohl Mom sehr dagegen war. Sie sagte, er würde dort, wo er hingegangen ist, ganz sicher losen Frauenzimmern in die Arme fallen.“

 

„Machen Sie sich da mal keine Sorgen, Honey, so viel Glück hat der Junge nicht. Das sagt mir mein künstliches Hüftgelenk.

 

Sie blitzte mich wütend an, biss sich dann aber auf die Unterlippe und ließ mir diese Unbotmäßigkeit durchgehen, ohne meinen Schädel hemmungslos mit einem Fingerhut zu malträtieren. Sie mochte mich anscheinend wirklich.

 

 

 

Als ich mir noch eine Heterodontosaurus ohne Filter anzünden wollte, bebte weder der Boden noch ging die Welt unter, noch erschien ein Komet am Himmel, noch geschah etwas anderes Paranormales, z.B. die Materialisierung der Jungfrau Maria beim Wechseln der vollgebrunzten Windeln des Jesu-Kindleins. Alles blieb ruhig, was für eine Stadt wie Los Angeles durchaus einem verdammten Wunder nahekam.

 



[1] Lyndon B. Johnson  war von 1961 bis 1969 der 36. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

[2] „Licht der Vernunft, vereinzelt auch Licht der reinen Vernunft, ist der Titel des Staatoberhaupts der aphilen Menschheit im Mahlstrom der Sterne.“ (Zitiert nach Perrypedia)

[3] Lady Bird Johnson war die Ehefrau Präsident Johnsons.

[4] Sam Giancana war ein US-amerikanischer Mafioso, der zwielichtige Beziehungen zum Kennedy-Clan unterhielt.

[5] John F. Kennedy wurde JFK genannt. Es ist die Abkürzung für John Fitzgerald Kennedy.

[6] Area 51 ist ein militärisches Sperrgebiet im südlichen Nevada. Angeblich sollen sich dort die Überreste eines außerirdischen Flugobjektes befinden.

[7] Hellzapoppin‘ ist eine legendäre amerikanische Filmkomödie aus dem Jahre 1941.

[8] Prospero Fontana (1512-1597) war ein italienischer Renaissance-Maler – und Anstreicher!

[9] Boris Karloff, eigentlich William Henry Pratt, war ein englischer Filmschauspieler, der insbesondere durch seine Darstellung des Monsters in den Filmen „Frankenstein“ (1931) und „Bride of Frankenstein“ (1935 Unsterblichkeit erlangte.

[10] Miles Archer ist der Name einer Figur aus dem Roman „The Maltese Falcon“ (1930) von Dashiell Hammett.

[11] Betty Boop ist eine Figur aus den Cartoons von Max Fleischer.

[12] Salammbô ist ein historischer Roman von Gustave Flaubert.

[13] Das ist der Titel eines Songs von Randy Newman.

[14] „Onkel Remus‘ Wunderland“ ist ein Disney-Film aus dem Jahre 1946.

[15] Der Marquis de Sade war u.a. Autor von „Justine oder vom Missgeschick der Tugend“.

[16] Joseph Smith war Gründer der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, besser bekannt als Mormonen, die bekanntlich den Alkoholgenuss strikt ablehnen.

[17] „Godfrey Daniel“ ist ein Ausruf, den der US-amerikanische Komiker W.C. Fields immer wieder in seinen Filmen gebrauchte, vermutlich deshalb, weil der Sittenkodex damals Fluchen auf der Leinwand ausdrücklich verboten hat. Möglicherweise ist der Ausruf als „God free Daniel“ zu übersetzen und bezieht sich auf die Geschichte des Propheten Daniel, der in eine Löwengrube geworfen wurde, jedoch mit Gottes Hilfe überlebte.

[18] Peter Orloff ist ein deutscher Schlagersänger.

[19] Schmock ist ein jiddisches Wort und bedeutet so viel wie Tölpel oder unangenehmer Mensch.

[20] Circumcellionen war die abwertende Bezeichnung ihrer Feinde für die Agonistiker.

[21] Maurice Joseph Micklewhite ist der bürgerliche Name des britischen Schauspielers Michael Caine.

[22] Ándale ist spanisch und bedeutet „Na, los“.

[23] Schlagen Sie das doch einfach selbst mal nach. Ich hab meine Zeit auch nicht gestohlen.

[24] Vermutlich meint Miss Otterbourne einen Algorithmus.

[25] Siehe unter Marx Bros.

[26] Der Herzog von Blangis ist eine Figur aus dem Roman „Die 120 Tage von Sodom“ des Marquis de Sade, demnach wohl kaum geeignet als Gutenachtgeschichte für Kinder.